Ungarn

Biker Infos

Allgemeines:
Die Nachbarstaaten von Ungarn sind Oesterreich (Grenze 366 km), die Slowakei (515 km), die Ukraine (103 km), Rumänien (443 km), Serbien (151 km), Kroatien (329 km) und Slowenien (102 km). Ungarn ist seit dem 1. Mai 2004 Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU).
Die ungarischen Mittelgebirge verlaufen vom Bükkgebirge im Nordosten bis zum Bakonywald im Westen. Fast alle Mittelgebirge in Ungarn tragen in höheren Lagen dichten Laubwald. Im Mátragebirge (Norden) steht auch die mit 1.015 m höchste Erhebung Ungarns, der Kékes. Etwa die Hälfte des Landes liegt tiefer als 120 m (grosse ungarische Tiefebene). Der bekannteste und gleichzeitig längste Fluss in Ungarn ist die Donau. Sie fließt zunächst als Grenzfluss zwischen Ungarn und der Slowakei von West nach Ost, nach dem Donauknie bei Visegrad, einer 90°-Wendung des Flusses, fließt die Donau von Norden nach Süden Richtung Serbien. Der größte See in Ungarn ist der Plattensee (ungarisch Balaton) im hügeligen Westungarn. Der Plattensee ist neben der Hauptstadt Budapest das wichtigste Tourismusgebiet Ungarns.


Klima:

Ungarn hat ein kontinentales Klima mit mediterranischen und atlantischen Beeinflussungen. Der Sommer kann sehr warm sein. In Mai, Juni und November regnet es viel (im Westen mehr, als im Osten). Der Juli ist der wärmste (Durchschnittstemperatur ist 23.2° C) und Januar der kälteste Monat (-1.3° C). Die jährliche Durchschnittstemperatur ist 11° C. Der Wind weht überwiegend aus westlichen bis nördlichen Richtungen, dies kann gerade in der ungarischen Tiefebene je nach Witterungsverhältnissen ziemlich mühsam werden (meine Erfahrungen lassen grüssen...)


Radfahren:

Landschaftlich hat Ungarn nur mässig viel zu bieten. Neben reizvollen Gebieten gibt es auch immer wieder langweiligere Regionen. Fast ständiger Begleiter sind die vielen schönen Sonnenblumenfelder und einige Kornfelder. Schöne Gebiete finden sich vor allem nähe der Gebirge (Norden), dem Hortobagyi Nemzeti Park aber auch entlang den Gewässern. Auf stärkere Winde sollte man insbesondere in der ungarischen Tiefebene gefasst sein (Gegen- oder Rückenwind...). Nicht verunsichern lassen sollte man sich von den Radfahrverboten auf allen Europa- aber auch anderen Hauptstrassen. Manchmal wird man regelrecht überrascht; besonders weil keine Ausweichmöglichkeiten bestehen. Meinen Erfahrungen zufolge interessiert sich die Polizei jedoch kaum für solche Uebertretungen.

Camping:

Ungarn hat ein einigermassen gutes Netz an Campingplätzen. Wild campen ist m.E. auch in Ungarn verboten, wird aber toleriert. Mein Motto: Rücksicht auf Natur nehmen, kein Aufsehen erregen (unauffälliger Platz suchen, ev. warten bis es dunkelt) und keinen Abfall hinterlassen.


Preisniveau:

Ungarn ist im Vergleich zur Schweiz sehr günstig.


Meine Erfahrungen in Ungarn:

In Ungarn erlebte ich dann ein Land mit bereits vielen westlichen Aspekten und der Wechsel aus Rumänien war fast wie eine Reise in eine andere Welt. Plötzlich wieder moderne Fahrzeuge, einige Mofa- und Vespafahrer, allerdings auch hier waren die männlichen Velofahrer häufig auf Damenfahrräder oder zu kleinen Fahrrädern unterwegs. Ueber die praktisch perfekten Strassen staunte ich ebenfalls, doch bald stellte ich fest, dass nur die Europastrassen so einwandfrei waren, ansonsten gab es durchaus genug Strassen mit Schlaglöchern und Unebenheiten. Typisch für Ungarn sind für mich nebst den Korn- und Sonnenblumenfeldern, den vorwiegend ebenen Strassen aber die übertrieben vielen Fahrradverbotsschilder. Auf allen Europastrassen aber auch einigen andere Hauptstrassen herrscht offiziell Fahrradverbot. Aber eigentlich interessiert es niemanden, schon gar nicht die Polizei wenn man darauf fährt. Eigenes Risiko natürlich, denn gerade auf den guten Europastrassen wird teilweise sehr schnell und eher knapp überholt. Sehr beruhigend war, dass hier die Hunde wieder hinter Gitter bzw. an Ketten waren (Gruss an Rumänien). Zu den Highlights in Ungarn gehören sicherlich die Strecken durch den Hortobagyi Nemzeti Park sowie über den bewaldeten und klein-gebirgigen Bükki Nemzeti Park. Sehr schön war auch die Ortschaft Eger mit toller Altstadt, autofreier Einkaufsmeile, Burgen und schönen Kirchen. Und wer schon in Ungarn ist muss unbedingt die würzige ungarische Gulaschsuppe probieren. Die überall bewunderte Stadt Budapest lag nicht auf meiner Route hinauf in die Slowakei, die lass ich mir offen für ein anderes mal.


Anforderungen:

Auf meiner Tour hat mir der Nord- und Westwind sehr viel Nerven und Kraft abverlangt. Da darf sich glücklich schätzen wer sich im nördlichen Gebirge im Windschutz aufhält.



Persönliche Bewertung:

Landschaftlich für längere Touren eher wenig zu bieten; dafür einige sehr schöne Dörfer/Städte (z.B. Eger, Budapest)