Kosovo

Biker Infos

Allgemeines:
Der Kosovo grenzt im Südwesten an Albanien, im Nordwesten an Montenegro, im Norden und Osten an Serbien und im südosten an Mazedonien. Mit ca. 10'887 km2 ist der Kosovo das kleinste Land Südosteuropas, etwa 40% des Landes sind Waldgebiet. Durch den Westen des Landes fliesst der Fluss "Weisse Drin", welcher in der Nähe von Pec entspringt. Der Drin ist mit 122 km gleichzeitig der Längste Fluss im Kosovo. Einige Seen und Stauseen befinden sich im Landesinnern sowie an den Grenzen zu Serien und Albanien. Geographisch besteht das Land aus 2 Talbecken, dem Kosovo Polje/Fusha e Kosoves (Amselfeld) um die Hauptstadt Pristina und der Ebene Dukagjin/Metohija im Westen des Landes, welches von hohen Gebirgen umgeben ist. Die Hochgebirgslandschaften an den Grenzen zu Albanien, Montenegro und Mazedonien erreichen durchweg 2500m. Höchster Berg ist der "Gjeravica/Deravica" mit 2656 m.ü.M. (bei Pec). Amtssprachen sind Albanisch und Serbisch, in einigen Gemeinden auch Türkisch, Bosnisch und Romanes.

Klima /Wetter:
Im Kosovo herrscht gemässigtes kontinentales Klima.

Währung / Preisniveau:
Im Kosovo gilt der Euro, das Preisniveau ist jedoch sehr tief. Besonders kleinere Läden ist es häufig ein Ding der Unmöglichkeit, grössere Beträge oder viel Münz als Rückgeld zu geben. Wir machten im Jahr 2011 einmal die Erfahrung, dass bereits das Rückgeld auf eine 5 Euro Note (bei Kosten von 0.60 Euro für 2 kleine Flaschen Cola) nicht möglich war (Jahr 2011). Bei unserer 2.Tour im 2015 bezahlten wir für zwei Abendessen (1x Rumpsteak, 1x Poulet-Curry, 2x Salat, 1,75 Liter Mineral) 18 Euros.

Vom Kosovo nach Serbien:
Da Serbien den Kosovo nicht als autonomen Staat anerkennt, erhält man an der kosovo-serbischen Grenze von serbischer Seite keinen Einreise-Stempel. Es fehlt somit die Aufenthaltsbewilligung für den Aufenthalt in Serbien, was unterwegs oder auch bei der Ausreise aus Serbien zu Problemen führen könnte. Aufgrund dieser Situation sollte man zwingend nicht über den Kosovo nach Serbien reisen sondern auf ein anderes Land ausweichen (z.B. Montenegro).

Radfahren:
Meine Erfahrungen begrenzen sich auf 2 Touren mit Beginn in Pristina mit jeweils ca. 1 Tagesetappe. Im 2011 fuhren wir ab Pristina südwärts Richtung Mazedonien, im 2015 westwärts Richtung Pec und von da nach Montenegro. Auffallend war die sehr gute Beschilderung an Ortseingang und - Ausgang. Die Strassen sind weitgehend asphaltiert und abgesehen von ein paar Schlaglöchern & Erhebungen am Strassenrand ganz oK zum Fahrradfahren. Obwohl auf der Strasse E 65 südwärts (angeblich) häufig gerast wird, machten wir auf den Nebenstrassen keine negativen Erfahrungen. Die Hauptachse westwärts ist zunächst noch 2 spurig (ca. 30 km), wird dann aber einspurig und etwas ruhiger (Stand 2015). Häufig wird durch ein kurzes, frühzeitiges Hupen das Ueberholmannöver angekündigt. Auch das Verkehrsaufkommen auf den Nebenstrassen sowie südwärts Richtung Bicevac Pass hielt sich stark in Grenzen. Meiden sollte mann wie wir erfuhren jedoch das Fahren in Dunkelheit, da die Fahrzeuge teilweise ohne Licht unterwegs sind und auch Steinschlag ist durchaus ein Thema.

Camping / Zimmer
:
Ueber unsere Uebernachtung wenige km vom Flughafen Pristinas entfernt (2015) gits nichts spezielles zu berichten. Unsere Erfahrung im 2011 beschränkt sich auf 1 Uebernachtung für 20 Euro in einer Hütte / Kabine nach dem Picevac Pass. Bis der Generator am späteren Abend angeschaltet wurde, hatten wir weder Licht noch warmes Wasser. Obwohl die Hütte äusserlich recht ansprechend war und sich die Leute Mühe gaben dass wir uns wohl fühlen (brachten z.B. Kerzen vorbei damit wir etwas Licht hatten), bestanden doch einige Mängel, welche wir auch als Folge davon (Wanzenbisse?) auch noch Tage später spürten. Im Allgmeinen werden immer mehr kleinere Hotels gebaut, in welchem man günstig übernachten kann. Wild zelten ist höchstens in den Bergregionen möglich.

Der Kosovo aus meiner Sicht:
Tour 2011: Wir waren fast gerührt über die Freude der Kinder und einiger Erwachsenen, dass wir ihr (noch junges) Land besuchen. Wir erlebten kleine Dörfer wo fleissig neue Häuser entstehen und waren doch etwas erstaunt, dass noch in vielen Gebieten (auch Städten mit Restaurants) zu gewissen Zeiten kein Strom vorhanden ist (Stromsperren!) Das Land ist stark besiedelt und gerade in den Bergregionen hat es ein paar landschaftlich ganz schöne Gebiete. Auch wenn noch viele Probleme bestehen, hatten wir das Gefühl, dass die Leute hier positiv denkend an ihrer neuen Zukunft arbeiten.
Tour 2015: Auch vier Jahre später gibt es entlang der Strassen immer noch auffallend viele Auto-Werkstätten, aber auch Tankstellen und Restaurants. Die Ebene bis Pec bietet landschaftlich wenig sehenswertes, ausser natürlich der (fast) ständige Blick auf die hohen, im April noch schön verschneiten Berge an der Grenze zu Albanien und Montenegro.

Anforderungen:
Die Bergregionen warten mit ein paar schönen Steigungen. Ausserhalb ist es vorwiegend flach.

Persönliche Bewertung:
Ein Land im Neuaufbau. Kulturell interessant, landschaftlich primär in den Bergregionen mit einzelnen schönen Gebieten.