Schottland

Biker Infos

Allgemeines:
Schottland umfasst mit einer Fläche von ca. 78'000 km² das nördliche Drittel von Grossbritanien. Es grenzt im Süden für 96 km an England. Grob kann man Schottland in 4 Gebiete einteilen: Die gebirgigen Highlands im Norden, die eher flachen Lowlands und die hügelig-bergigen Southern Uplands im Süden und zu guter Letzt die verschiedenen Inseln im Norden und Westen. Der höchste Berg Schottlands (und ganz Großbritanniens) ist der Ben Nevis (1343 m.ü.M.) bei Fort William. Mit 188 km ist der River Tay der längste Fluss Schottlands.

Klima /Wetter:
Das Wetter in Schottland ist sehr unbeständig, aber m.E. besser als der Ruf. Ein schottisches Sprichwort lautet: If you don't like the weather, wait a minute (Wenn Du das Wetter nicht magst, warte eine Minute). Während unseren 3 Wochen (18.08.06 – 08.09.07) regnete es „nur“ an 4 Tagen praktisch pausenlos, weitere 4 Tage wechselten sich trockene und nasse Augenblicke ab und immerhin 12 Tage lang bliebs trotz häufigen Wolkenfeldern trocken. Richtige (wasserbeständige) Kleidung und wasserdichtes Schuhwerk ist also sehr empfehlenswert. Bei der Routenplanung sollte man berücksichtigen, dass an der Küste vorwiegend nordwestliche Winde herrschen. Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel.

Inseln:
Schottland westlich vorgelagert ist die Inselgruppe der Hebriden die deutlich getrennt sind in die Gruppen der Inneren/Aeusseren Hebriden. Ebenso auf westlicher Seite befindet sich die kleine Insel Arran sowie die Insel Skye. Nördlich von Schottland liegen die Inselgruppen der Orkney-Inseln und deutlich weiter entfernt die Sheetland-Inseln Ein Inselhüpfen ist relativ problemlos, denn zwischen dem schottischen Festland und den schottischen Inseln gibt es viele regelmäßige Fährverbindungen.

Castles/Burgen:
Schottland hat bezüglich Castles enorm viel zu bieten. Egal ob man sich in den Lowlands, Highlands oder auf einer Insel befindet, überall kann man sie entdecken und bestaunen. Besonders sehenswert entlang unserer Route fand ich das Castle Edinburgh, Dunrobin Castle sowie das Eilan Donan Castle.

Whisky:
Nebst Dudelsack und Kilt ist der Whisky wohl das bekannteste Merkmal der schottischen Kultur. Die Schotten haben deshalb für alle Whisky-Liebhaber den "Whisky-Trail" ins Leben gerufen; auf dieser Route hat es verschiedene ausgewählte Destillerien, die man besuchen kann. Interessierte kaufen sich am einfachsten eine extra "Whisky-Trail-Strassenkarte".

Preisniveau:
Es gibt sicherlich günstigere Bike-Ferien als in Schottland. Eine Nacht auf dem Campingplatz kostet z.B. zwischen 8 und 10 Pfund. Aber da gerade in den Highlands wild campen problemlos möglich ist, kann man die Kosten durchaus tief halten, sofern man (z.B. wetterbedingt) nicht all zu oft im Restaurant essen/trinken geht.

Radfahren in den Highlands / Inseln
Nördlich von Edinburgh beginnen die einsamen Highlands mit den vielen Bergseen, Flüssen, Moor- und Weidelandschaften, Munros (=schottische Berge über ca. 900 m.ü.M.), Schafen, Hochlandrindern, schönen Felsküsten und natürlich mit vielen sehenswerten Castles. Die Strassen sind ausserhalb der Hochsaison kaum befahren und mehrheitlich 1-spurig. Es gibt nur Dich und die Natur. Einmalig in Europa! Die Westküste ist spektakulär, aber auch einiges anstrengender als die Ost- und Nordküste.

Camping:
Wer auf Campingplätzen übernachten möchte oder nach einem verregneten Tag durchfeuchtet einen Wäschetrockner aufsucht, der findet in Schottland in regelmässigen Abständen einen Camping- bzw. Caravanplatz. Und für den Notfall darf man auf Anfrage auch mal in einem Garten oder auf der Wiese des Hausbesitzers übernachten.

„Wildes campen“
Wildes campen ist in Schottland eigentlich problemlos und z.B. in den Highlands aufgrund der wunderbaren Landschaft sogar empfehlenswert. Immer wenn möglich sollte man aber versuchen, zunächst die Erlaubnis des Grundbesitzers einzuholen. Zelten in der Nähe von Häusern oder Bauernhöfen sollte nur, wer vorher dazu Erlaubnis eingeholt hat und selbstverständlich sollte man keinen Abfall hinterlassen.

Mücken:
Die schottischen Mücken, genannt „midges“ sind winzig klein und können die Abende draussen vor dem Zelt zur nervigen Herausforderung werden lassen. Nur der sonst eher ungeliebte Regen oder auch Wind können da noch helfen. Auf unseren Mückenspray war nur wenig Verlass.

Bei der Routenplanung zu berücksichtigen:
Wer mit dem Bike Schottland erkunden möchte, wird fast überall in den Highlands eine bisher kaum gekannte Landschaft entdecken. Auch die Inseln sind so einzigartig und verschieden, dass sich unter Berücksichtigung des Zeitaufwandes für die Fährüberfahrt wohl jede Insel lohnt zu befahren. Highlights auf unserer Tour waren u.a.:
- Edinburgh
- Route: Loch Earn nach Glencoe
- Route: Fort Augustin nach Whitebridge (östliche Uferseite Loch Ness benützen!)
- Route Brora – Tongue (über Gebirgsweideland "Glen Toth")
- Rhiconich nach Ullapool (via Westküste)
- Insel Skye mit „Old Man of Stor, Kilt Rock und Fahrt über den „Quiraing"
- Insel South-Uist (äussere Hebriden)

Schottland aus meiner Sicht:
Freundliche Menschen, Bergseen, Rinnenseen wie z.B. das Loch Ness, Flüsse mit whisky-farbigem Wasser, Fjorde, Moorlandschaften, Felsmassive; alles das findet man in der Einsamkeit der Highlands. Einspurige ruhige Strassen tragen dazu bei, dass man die wunderbare Landschaft sowie die spektakulären Wetterbilder vollends geniessen kann. Gerade aber das schottische Wetter kann jeder noch so tollen Tour einen negativen Nachgeschmack verleiten. Man sollte keine sonnigen Tage erwarten, aber sie kommen bestimmt. Und wenn sie da sind, darf man sie in vollen Zügen geniessen.

Anforderungen:
Schottland ist bergig. Wer in die wilden, einsamen Highlands geht, sollte (v.a. entlang der Westküste) einigermassen gut in Form sein.

Persönliche Bewertung:
Schottland ist für mich nebst Norwegen das absolute Top-Bike-Land.