Schweden

Biker Infos

Lage:
Die Süd-Nord-Ausdehnung erreicht fast 1600 km, von Westen nach Osten sind es nur knapp 500 km. Schwedens Küste sind rund 40'000 Schäreninseln vorgelagert, die gesamte Küstenlänge beträgt mit Schären etwa 7500 km. 51% der Landesfläche sind von Wäldern bedeckt, fast 9% von Flüssen und Seen. Höchste Erhebung ist der Kebnekaise im Norden mit 2111 m. Südlich des Siljansees beginnt die mittelschwedische Senke, die bis ins Gebiet der grossen Seen Vänern und Vättern reicht. Südschweden ist flach bis sanft hügelig.


Bevölkerung:
85% der Einwohner Schwedens leben südlich der Linie Gävle – Mora. Der Norden ist mit knapp drei Einwohnern pro km2 extrem dünn besiedelt. Dort leben z.B. auch noch etwa 15000 Sami.


Klima:
Die beste Reisezeit für Schweden ist Mitte Juni bis Ende August, obwohl es im Juli und August häufig regnet. Südschweden ist aufgrund milder Temperaturen bis Ende September gut zu bereisen. Die Mitternachtssonne scheint in Kiruna (Nordschweden) z.B. vom 4.Juni bis 12.Juli, in Abisko vom 27.Mai bis 15.Juli. In Stockholm geht die Sonne im Juni nur zwischen 22.00 Uhr und 2 Uhr unter. Richtig dunkel wird es dann aber nicht, höchstens dämmrig.


Mücken:

Im südlicheren Teil Schwedens erlebte ich noch keine störenden Mücken. Wer in den Norden fährt, sollte sich einen guten Mückenspray zutun und abwägen, ob man sein Zelt wirklich direkt am Fluss oder See aufstellen möchte. Je nach Witterung und Jahreszeit ändert sich die Mückeninvasion. Am besten jede/r macht seine Erfahrung und ist gewappnet für den Fall der Fälle.


Radfahren:

Schwedens Radfernwege führen in alle Teile des Landes. Schweden ist für alle, die sanfte, die Sinne beschäftigende Landschaften lieben, genau das Richtige. Kurzweilige Radstrecken bietet vor allem Süd- und Mittelschweden. Im Norden (spätestens ab Oestersund) dehnen sich die Etappen, werden die „Ereignisabstände“ grösser, dafür aber erlebt man Natur im vollen Umfang, denn Seen, Flüsse und Wälder und natürlich viele Rentiere prägen das Bild hinauf in den Norden.


Camping / Jugendherbergen:

Schwedische Campingplätze liegen meist in landschaftlich schöner Umgebung an einem See oder Fluss, sind teilweise aber nur in den Sommermonaten geöffnet. Für die Uebernachtung benötigt man eine Campingcard (z.B. Campingcard Skandinavia). Man erhält sie auf den Campingplätzen oder bestellt sie vorweg via Internet.
Für eine Uebernachtung in einem „Vandrarhem“ muss die Bettwäsche selbst mitgebracht werden, dafür sind sie für schwedische Verhältnisse sehr günstig.

"Wildes campen"
Das Jedermannsrecht / Allemansrätt
Das Jedermannsrecht / Allemansrätt, ein ungeschriebenes Gewohnheitsrecht ermöglicht es Reisenden, private Wege zu Fuss oder mit dem Fahrrad zu benutzen, auf Seen und Flüssen mit dem Boot zu fahren und am Ufer anzulegen, wild wachsende Beeren und Pilze zum unmittelbaren Verzehr zu pflücken, mit herumliegenden abgestorbenen Aesten unter Beachtung grösster Vorsicht ein Feuer zu machen und in freier Natur auch ohne Einwilligung des Grundbesitzers für eine Nacht zu zelten. Für einen längeren Aufenthalt ist allerdings dessen Erlaubnis einzuholen. Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des Allemansrätt, das grundsätzlich auch für Touristen gilt, ist jedoch Rücksichtnahme auf Anwohner und behutsamer Umgang mit der Natur: Nicht stören, nicht zerstören, lautet die Devise.


Bei der Routenplanung zu berücksichtigen:
- Die Inseln Oeland, Gotland, Tjörn
- Die Ortschaft / Insel von Smögen
- Stockholm
- Die Gebiete rund um den Vänern- und Vätternsee
- Lappland (Nordschweden) mit der Mitternachtssonne, den Rentieren, Seen und Wäldern
- Jokkmokk – erste Ortschaft über den nördlichen Polarkreis mit interessantem Sami-Museum
- Div. Nationalparks wie z.B. Sarek mit Fjälls, Wälder, Moore, Flüsse und vielfältiger Tierwelt


Schönste Routen meiner Tour:
Süden:
- Insel Orust nach Smögen mit Fjorden, schönen Feldern und Wegen, Hügel
- Ed (S) nach Halden (N); wunderbare Route im Wald

Norden:
- Wildnisstrasse (Strömsund – Gäddede – Stalon – Sorsele)
- Jokkmokk - Boden


Schweden aus meiner Sicht:
Süden: Meine Route führte mich von Göteborg über die westlichen Inseln Tjörn, Orust und Smögen nordwärts nach Norwegen. Im Gegensatz zu Dänemark erlebte ich hier bereits eine teilweise recht hügelige Landschaft. Ueber die beeindruckende 1070 m lange Strassenbrücke erreichte ich das felsige Tjörn. Ueber eine weitere Brücke erreichte ich dann die Schwesterinsel Orust. Ständig erlebte ich tolle Ausblicke auf Fjorde, Schäreninseln, Felder und wäldlichem Gebiet. Besichtigungen der Festung Bohus oder auch eines riesigen Tierparks sorgten für willkommene Lockerungen der Beine. Die Ortschaft Smögen stellt dann mit seinem wunderschönen Hafen, den farbigen Häuschen und Shops am Meeresstrand und dem 1 km langen Holzweg entlang des Hafens für ein weiteres Highlight. Weiter Richtung Norwegen nimmt das wäldliche Gebiet zu, und wenn man Glück hat, so kann man in diesem sehr schönen wäldlichen Gebiet mit Blick auf Seen und Flüsse Zeuge des Wildlebens werden. Ich hatte das Glück, nebst vielen Tierknochen am Strassenrand ein Reh, Elch, Fuchs samt Beute im Maul sowie einen Haasen zu erblicken.

Norden: Wem die Einsamkeit nicht behagt, sollte sich nicht in die „Wildnis“ Nordschwedens verirren. Hier in Schwedisch Lappland kann man tagelang verweilen, doch die Landschaftsbilder ändern sich nur wenig. Wenn man die Mückenproblematik lösen kann, dann findet man hier absolute Ruhe. Riesige Waldgebiete umgeben die „einsamen“ Strassen Richtung Norden, dazwischen entdeckt man immer wieder fischreiche Flüsse, wunderbare Seen, und immer wieder Rentiere entlang der Strassen. Auf der „Wildnisstrasse“ kann man mit einwenig Glück sogar Elche, Bären, Rehe etc entdecken, leider wurde ich nur Zeuge vieler Eichhörnchen auf den Bäumen... Ein weiterer Grund für die Wildnisstrasse wäre z.B. auch die Fahrt über den einzigen Pass Nordschwedens, den Stekenjakk-Pass auf 876 m.ü.M., wo man auch im Juli noch Schnee erleben kann. Und wer direkt vor der Ortschaft Jokkmokk den nördlichen Polarkreis erreicht, der kann mit etwas Wetterglück sogar die Mitternachtssonne erleben.


Herausforderung Norden:
- Mücken! Lassen einen sonnigen Abend zum „Kampf“ werden (oder man isst im Zelt drin)
- Fahrrad-Ersatzteile finden, z.B. eine Ersatzspeiche für mein Salomon-Rad
- Nicht in jedem Dorf hat es einen Geldautomaten (Week-end..)
- Es kann (selten) vorkommen, dass man 70 – 80 km an keinem einzigen Laden vorbeikommt.


Anforderungen:
Süden:
 Alle die ein paar Hügel nicht scheuen, auch mal mehrfach hintereinander auf- und abwärts fahren wollen, fühlen sich auf dieser Strecke mit Sicherheit wohl und leicht gefordert, aber keinesfalls überfordert.


Norden: 
Wer sich gegen die Mückenplage schützen kann, hat schon viel erreicht. Die Routen sind sehr angenehm mit kaum Steigungen (Ausnahme Passstrasse). Wer Wald-Routen, Seen und Rentiere liebt, ist hier goldrichtig.

Persönliche Bewertung:
Natur pur, Seen, Wälder, Inseln, kaum Verkehr, der nördliche Polarkreis, Rentiere... Ich bin nun ein Schweden-Fan. -> Sehr empfehlenswert