USA Pacific coast

Biker Infos


Klima an der Pacific Coast:

Ehrlich gesagt hatten wir uns das Klima an der Kueste der West Coat etwas waermer vorgestellt, vor allem da wir ja im Juli und August dort unterwegs waren. Doch ueberall bekamen wir zu hoeren, dass es in diesem Sommer 2010 ueberall an der Westkueste einige Grade kuehler sei als sonst ueblich. Na ja, wir erlebten das Wetter zumindest wie folgt: Waehrend es nur wenige km im Landesinnern bereits recht warm und der Himmel blau war, so wartete das Kuestengebiet haeufig mit sehr kuehlen Winden auf, so dass viele Biker gegen Abend mit Muetze und dicken Pullovern am Feuer sassen. Winde sind uebrigens an der West Coast sehr haeufig ein Thema. So empfielt es sich aufgrund der im Sommer haeufigen (und teilweise sehr starken) Nord- und Westwinden die Pacific Kueste von Norden nach Sueden abzufahren. Auf unserer Tour war der Wind vor allem in Oregon, dann aber weniger in Californien ein Thema. Der morgendliche (und teilweise laenger ausharrende) Nebel gehoert leider ebenso zur Pacific Coast Route wie der dann ploetzlich wunderschoen aufreissende blaue Himmel. Wir lebten vorwiegend mit Temperaturen zwischen 12 und 20 Grad Celsius, erst am Santa Barbara (Californien), wo der Pacific sich nicht mehr westlich sondern suedlich befindet, wurden die Winde und somit das Klima allgemein milder. Ab Los Angeles hatten wir dann sogar richtiges Strandwetter, trotz weiter gelegentlichen Nebelfeldern. Regen hatten wir aber auf der ganzen USA-Tour nie wirklich, mal abgesehen von ca. 2 x nebelbedingten ganz feinem Nieselregen.

Straende und Badewetter:
Aufgrund des fuer Badegaeste zu kuehlen Klimas in Washington und Oregon sind die riesigen Straende meistens fast leer und laden entlang der tosenden Wellen zu einem gemuetlichen Spaziergang ein. Das Meer ist hier mit "sommerlichen" Temperaturen um ca. 15 Grad allerdings viel zu kalt zum Baden. Erst im suedlicheren Teil von Californien, wo sich zunaechst die Surfer im Neoprenanzug und die Kinder ins Wasser wagen, beginnt dann so etwas wie Badelust. Suedlich von Los Angeles hatten wir dann sogar 18 Grad Pacific-Temperatur, was auch uns zu einem kuehlenden Bad verlanlasste.

Wildlife:
Mit Delphinen, Seehunde, Seeloewen und See-Elephanten gibt es alleine im Pacific genuegend Tiere zu beobachten. Und wer die richtige Jahreszeit trifft (Fruehling, Herbst) hat mit etwas Glueck auch noch Chancen vorbeiziehende Wale zu sichten. Ausserhalb des Wassers sahen wir regelmaessig Rehe, einige Hirsche, (tote) Waschbaeren, Adler und viele andere Vogelarten. Zudem hausen u.a. auch auf einigen Campingplaetzen viele Arten von Streifenhoernchen, welche (wie auch die Voegel und Waschbaeren) einen riesigen Spass daran haben, herumliegendes (auch verpacktes) Essen wegzupicken. Schwarzbaeren und Pumas sahen wir auf unserer USA-Tour keine, sind jedoch auch in den Staaten entlang der Kueste beheimatet.
Radfahren und Verkehr: 
Die Pacific Coast Route ist praktisch ueberall (Ausnahme in einigen Staedten) sehr gut ausgeschildert. Es laesst sich also fast sorgenfrei drauf los fahren. Meistens haben die Strassen einen breiten Seitenstreifen (Strasse nordwaerts etwas weniger), wo man als Radfahrer super fahren kann. Es gibt aber auch engere Strassen (also ohne Seitenstreifen), wo es durchwegs mal unangenehm werden kann, wenn man es nicht gewohnt ist. Bezueglich Verkehrsaufkommen gehen die Meinungen (je nach gemachten Erfahrungen) auseinander: Wir aber fanden das Verkehrsaufkommen zu meist angenehm oder sonst gut fahrbar. Trotzdem hatten auch wir auf unserer langen Tour suedwaerts ein paar ganz wenige muehsamere Ueberholmannoever durch Autos, Wohnmobile oder Lastwagen zu ueberstehen. Aber das gibts ueberall, auch in Europa. Mit den gefuehrchteten Logging-Trucks machten wir praktisch (1 Ausnahme) nur gute Erfahrungen. Sie sind mittlerweile auch viel weniger verbreitet als noch vor 10 Jahren, da mittlerweile viele Werke an der Kueste geschlossen wurden. Allgemein empfanden wir die Fahrweise des motorisierten Verkehrs recht angenehm.

Camping
:

Das Schluesselwort hier heisst Hiker/Biker. Das sind extra fuer Radfahrer und Wanderer reservierte Plaetze auf sehr vielen Campingplaetzen entlang der Pacific Coast. Meistens fuer 5 Dollars pro Person (selten 10 Dollars) darf man dort sein Zelt zusammen mit den anderen Hiker/Bikern aufstellen, auch wenns mal eng wird. Ohne dieses tolle Angebot waere es uns naemlich in dieser Hauptsaison und an den Wochenenden gar nicht moeglich, einen Platz zu ergattern, da die Plaetze teilweise schon Monate vorher ausgebucht sind. Die Amerikaner lieben das Campen und viele entfliehen der Hitze des Inlands und kommen in Massen mit Hunden, riesigen Zelten, Grills und Spielen an die angenehmere Pacific Coast zum Zelten. (Achtung: Es haben aber nicht alle Campingplaetze Hiker/Biker Sites)
Im suedlicheren und waermeren Teil Californiens werden die Regeln fuer Biker jedoch etwas erschwert. So darf z.B. teilweise erst ab 16.00 Uhr eingecheckt werden und das ganze ist auf 1 Nacht begrenzt. Dies erfolgte durch die immer mehr zunehmenden Missstaende mit Obdachlosen, welche sich auf diesen Plaetzen niederliessen.

Anforderungen:
Die Pacific Kueste ist relativ oft huegelig, besonders im noerlichen Teil Californiens, aber auch im Big Sur Gebiet und in Oregon. Die Temperaturen sind aber ideal fuers Fahrradfahren.

Persönliche Bewertung:
Wo kann man schon fast 3000 km entlang (oder zumindest naehe) der Kueste fahren? Hier an der Westcoast erlebt man dazu optimale Bedingungen und kann seine Erfahrungen am Abend mit anderen Bikern austauschen. Die Hiker/Biker Plaetze sind natuerlich ebenso ein riesiges Plus wie die Tierwelt, die wunderschoenen Kuesten und leeren Straende. Dazu ein mit San Francisco, Los Angeles und San Diego ein wenig Stadt-Flair, was will man mehr?

Offizielle Fahrrad-Routen USA:
Die Internetseite des wohl bekanntesten Fahrrad-Clubs der USA, der Adventure Cycling Association gibt detailliert Auskunft über die offiziellen Fahrradrouten (in Englisch)