Bulgarien

Biker Infos

Allgemeines:

Bulgarien grenzt im Norden an Rumänien, im Westen an Serbien und Mazedonien, im Süden an Griechenland und die Türkei. Im Osten wird Bulgarien durch das Schwarze Meer begrenzt. Mehr als 2/3 des Landes besteht aus Gebirgen. Hauptstadt des Landes ist Sofia. Bulgarien ist durch den Balkan (fast 2.400 m hoch) in die nördlich gelegene Donauebene und die Oberthrakische Tiefebene im Süden geteilt. Im Südwesten erheben sich die Rhodopen sowie die höheren Pirin- und Rila-Gebirge. Der südlich von Sofia liegende Musala Berg stellt mit einer Höhe von 2'925 Metern die höchste Erhebung des Landes. Nebst diesen Gebirgen und Gewässern bietet Bulgarien auch viele Wälder, Sonnenblumen- und Kornfelder.

Klima:
Bulgarien ist in der Übergangszone zwischen kontinentalem und mediterranem Klima welches von mässig trockenen Sommern geprägt ist. Auf meiner Tour Ende Juni 2007 erlebte ich in Südbulgarien (südlich des Balkangebirges) 42 Grad am Nachmittag und auch die Nächte waren höchst Schweiss treibend. Nördlich des Balkangebirges waren die klimatischen Verhältnisse dann spürbar angenehmer.

Spezielles:
Kyrillische Schrift: In Bulgarien wird die kyrillische Schrift angewendet. Teilweise, vor allem aber nähe touristischen Ortschaften findet man jedoch auch gleichzeitige „Uebersetzungen“ in den uns bekannten lateinischen Buchstaben.
Nicken heisst Nein: Kopfbewegungen haben in Bulgarien die umgekehrte Bedeutung – man nickt, um Nein zu sagen, und schüttelt schnell den Kopf, wenn man Ja sagen will. Wie mir ein Mitarbeiter des Touristenamtes jedoch bestätigte, ist man sich gerade in touristischen Orten dieser unterschiedlichen Anwendung bewusst und beachtet deshalb primär die gemachte Aussage und nicht die irreführende Kopfbewegung...


Radfahren:

Bulgariens Schönheit liegt m.E. vor allem in den Berggebieten oder wer es lieber touristisch mag entlang des Schwarzen Meeres. Ausserhalb dieser Gebiete hat Bulgarien landschaftlich nicht so viel zu bieten. Der Reiz einer Bulgarien-Reise dürfte denn auch vor allem in der „Neugier“ liegen. Neugier auf ein weniger bekanntes, günstiges, Land und der Menschen dort.

Uebernachtung / Camping:

Campingplätze findet man insbesondere nähe der Gebirge (Balkan, Rhodopen, Rila, Pirin), entlang der Donau sowie am Schwarzen Meer. Wild campen ist meines Wissens verboten und kann (sofern man sich erwischen lässt) zu Geldbussen führen. In touristischen Städten hat es häufig völlig überrissene Hotelpreise, hier empfiehlt es sich etwas ausserhalb nach anderen Lösungen zu suchen... In einzelnen Städten ist der ganze Tourismus privatisiert, d.h. jeder wirtschaftet in das eigene Portemonnaie. Hier kann man durchaus auch mal einen fairen Preis aushandeln. Günstige Uebernachtungsmöglichkeiten bieten auch diverse Klöster (sehr bekannt aber mittlerweile nicht mehr super günstig ist das Rila-Kloster).


Preisniveau:

Bulgarien ist für West-Europäer ein sehr günstiges Reiseland. Empfehlenswert ist es (wie überall im Osten) in der landesüblichen Währung zu zahlen und keinesfalls in Euro (da teilw. 1 zu 1 Verrechnung). Hotels verlangen im Vergleich zum übrigen Preisniveau häufig völlig überrissene Uebernachtungspreise.

Meine Erfahrungen in Bulgarien:

Für Bulgarien hatte ich mir schon einige Gebirgsvarianten markiert, so z.B. das Pirin und Rila-Gebirge (höchster Berg Musala mit 2925 m.ü.M.) südlich von Sofia und natürlich das Balkan-Gebirge in der Mitte des Landes. Nach den Erfahrungen in der Türkei entschied ich mich das Land vermehrt auf kleineren Hauptstrassen und Nebenstrassen zu erforschen, auch wenn dort die Ortsschilder meistens nur in kyrillischer Schrift angeschrieben waren; irgendwie konnte ich den Namen immer entziffern. So kam ich in den Genuss von vielen Sonnenblumen- und Kornfeldern, Wäldern, Hügellandschaften und sogar einigen Flüssen. Sehr überrascht und beeindruckt hat mich dann allerdings, dass auf dem Land noch immer mit Esel und Wagen gearbeitet wird. Auch Ziegen- und Kuhhirten begegnete ich regelmässig. Die meisten Städte auf meiner Route dagegen gefielen mir gar nicht (Ausnahme Veliko Tarnovo). Die Strassen waren häufig sehr schlecht, die Wohnblöcke eher hässlich den schön und Sehenswertes gab es kaum. Wie bereits in anderen östlichen Ländern gesehen, verkehren auch in Bulgarien (nebst Pferden und Eseln) noch genügend kleine Autos älteren Jahrgangs. Die Menschen erschienen mir (vor allem südlich des Balkangebirges) weniger offen als noch in der Türkei, jedenfalls wurde ich nur sehr selten angesprochen oder gross beachtet. Ein Highlight war dann sicher die Umgebung des Balkan-Gebirges, dort aber auch sonst im Land verteilt hat es auch einige Campingplätze. Auch in Bulgarien noch hatte ich mit Höchsttemperaturen bis 42 Grad zu kämpfen, was mir auch die Nächte nicht immer einfach machten. Freude hatte ich dagegen am sehr tiefen Preisniveau in Bulgarien was mir ermöglichte, sehr günstig einzukaufen oder in den Restaurants zu essen.

Anforderungen:
Hitzetauglichkeit und je nach Route (Gebirge / Schwarzmeerküste) gute Kondition.

Persönliche Bewertung:
Landschaftlich mittelmässig (meine Route); Kulturell sehr interessant