Rumänien

Biker Infos

Allgemeines:

Rumänien grenzt an Bulgarien, Serbien, Ungarn, die Ukraine sowie Moldawien. Die Topographie des Landes ist sehr abwechslungsreich. Im Zentrum Rumäniens liegt das Siebenbürgische Hochland (Transilvanien), welches fast vollständig vom Bogen der Karpaten umgeben ist. An die Südkarpaten schliesst im Südwesten Rumäniens das Banater Gebirge an. Der Süden des Landes wird von der flachen Walchalei geprägt, die von der Donau als Grenzfluss durchflossen wird und bis auf bulgarisches Staatsgebiet reicht. Im Osten Rumäniens leiten die Ausläufer der Ostkarpaten zum Hochland der Moldau über. Höchster Berg ist der Moldoveanu mit 2’544 Meter.


Klima:
Rumänien hat ein kontinentales Klima. Besonders in der Walchalei (Süd-Rumänien) erlebt man im Sommer nicht selten Temperaturen um 40 Grad.


Tiere:
Die meisten in Rumänien heimischen Tiere leben in den Laubwäldern. Dort leben u.a. Hirsche, Rehe, Wildschweine und Füchse. Das unter dem Schutz der UNESCO stehende Donaudelta gibt ca. 4'000 Tierarten einen Lebensraum. In den rumänischen Karpaten leben zudem noch zahlreiche Braunbären, Wölfe und Luchse. Mit Ausnahme von Rehen und Füchsen machte ich auf meiner Tour jedoch keine Bekanntschaft mit wilden Tieren. 
Hunde: Man entdeckt sie bereits an der Grenze. Streunende Hunde die vorwiegend ruhig sind, aber mich auch öfters auf dem Bike belästigten. Wohl ungefährlich, aber absolut mühsam.



Radfahren:

Auf Nationalstrassen kann man auf asphaltierem Untergrund fahren. Wer Nebenstrassen aufsucht wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Schotterwegen konfrontiert. Um die Schönheiten des Landes kennen zu lernen empfehle ich grössere Städte und Europastrassen zu umfahren. 


Camping:

Dieses Land hat so viel freie Natur, dass wild campen überhaupt kein Problem ist. Ich habe es aber jeweils bevorzugt, mein Zelt etwas abseits der Zivilisation und auf Sichtschutz aufzustellen. Campingplätze sind vorwiegend in den Berg-Gebieten zu finden, jedoch haltet sich die Anzahl in Grenzen. Und noch ein Hinweis: Nur weil auf der Strassenkarte ein Campingplatz eingezeichnet ist muss dies noch lange nicht heissen dass wirklich noch ein Campingplatz da ist...


Preisniveau:
Das Land ist arm, das Preisniveau entsprechend sehr tief.



Meine Erfahrungen in Rumänien:
Auf Rumänien war ich am meisten gespannt und es hat mich auch am meisten (positiv) überrascht. Ich empfand Rumänien als so vielseitig (Walchalei, Karpaten-Gebirge, Transilvanien) und die Landschaften sind allgegenwärtig, so dass man absolut keine Probleme hat mit dem Zelt einen geeigneten Uebernachtungsplatz zu finden. Fast immer fuhr ich auf kleineren Nationalstrassen, denn die Nebenstrassen sind noch kaum asphaltiert (Schotter). Aber auch die Qualität der Hauptstrassen wechseln sich ab zwischen gut fahrbar und sehr holprig und mit Schlaglöcher versehenen Abschnitten (besonders in den Gebirgen). In Rumänien hat mich so vieles beeindruckt. In der Landwirtschaft wird auch hier noch mit Pferd oder Esel und Wagen gearbeitet. Als Auto wird auffällig häufig die alte Marke Dacia gefahren. Und die Menschen scheinen eine „Unmenge“ (24 Std) Zeit zu haben. Sehr oft konnte ich beobachten, wie der Bauer teilweise nur mit einem Tier ganz alleine im Gras oder unter einem Baum sass und einfach wartete und dem Tier folgte. Und entlang der Strasse sassen einzelne oder ganze Gruppen auf Ihren Bänken vor den Häusern und drehten sich überrascht / interessiert in meine Richtung. Hier fühlte ich mich tatsächlich häufig unter Beobachtung oder im Blickpunkt. Was sich von Anfang bis zum Schluss durchzog war auch wie überall neue Häuser am entstehen sind; schöne Häuser, grosse Hotels. Rumänien scheint im Wandel und mit dieser Natur haben sie auch einiges zu zeigen! Hügelig und gebirgig ist das Land (Ausnahme Walchalei), wirklich toll zum fahrradfahren. Negativ mit Rumänien in Verbindung bringen muss ich allerdings die vielen wilden Hunde überall. Viele sind schön ruhig und unauffällig, aber einige sind dann doch sehr mühsam und rennen durchaus mal einige Meter hinterher. Mit offensiv bettelnden Kinder wurde ich nur einmal vor einer Stadt indirekt konfrontiert, ansonsten scheint mir die Armut zwar da, aber sie wurde mir als Tourist nicht bewusst auffällig präsentiert. Das könnte jedoch auch daran liegen, dass ich Grossstädte wie auch Bukarest bewusst umfahren habe. Einen faden (undefinierbaren) Nachgeschmack allerdings geben mir einzelne Gespräche mit Einheimischen, die mir sehr unglücklich begegneten (oder sogar weinten) und zwar nicht detailliert, aber doch klar über das System in Rumänien klagten. Auch wenn laufend schöne Häuser entstehen, bestehen m.E. noch viele (versteckte) Probleme in diesem Land. Trotzdem, für mich war Rumänien mit der Mischung Kultur und Landschaft das absolute Highlight der Tour und für Biker absolut empfehlenswert.




Anforderungen:
Wer panische Angst vor Hunden hat muss Rumänien meiden. Viele Hügel und Gebirge prägen das Land; eine gewisse Kondition ist deshalb sicherlich von Vorteil.



Persönliche Bewertung:

Ein Land im Wandel. Rumänien hat mich vollends überzeugt. Landschaftlich sehenswert, kulturell top! Ich nehme viele Eindrücke aus Rumänien mit...